Blog Annettes Schreibzeug

In meinem Blog Annettes Schreibzeug erzähle ich Geschichten von Menschen, von Ereignissen und von gesammelten Momenten, die ihr in der Rubrik "Knicklichter" findet. Dann freue ich mich, dass Lori als Gast ins Schreibzeug eingezogen ist und uns in ihrem Logbuch unter "Hör ma !" an ihren Gedanken teilhaben lässt. In der Kategorie "aus der Schreibwerkstatt" findet ihr Texte aus dem kreativen und biographischen Schreiben der  Schreibheimat Vanessa Geuen  https://https://www.schreibheimat.de/. Und zu guter Letzt gibt es auch noch Lyrik mit kurzen Gedankenschnipseln.  

Neuigkeiten

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21.08.2026, 20:47

Pino auf der Palliativstation

Die Kraft der Verbindung zwischen Mensch und Tier   mehr


09.08.2026, 20:45

...Touché

von der Liebe, einem Grafitti, getroffenen Herzen und dem grauen Alltag der Care Arbeit   mehr


29.06.2026, 16:11

"Vom Da-sein, wenn Nichts mehr da ist".

Dies ist die Geschichte über den Trost einer Dose mit grober Leberwurst, wie tröstlich ihre graue Masse sein kann, wenn sie einfach da ist, wenn man sie braucht.    mehr


18.04.2026, 14:15

Prinzen, Parka, Pickelcreme

Ein Märchen aus den 70 ger Jahren. Märchenbücher sind voll von kleinen Mädchen und jungen Frauen, die gottverlassen auf der Welt sind. Und was tun sie? Sie retten Männer, oder finden in Anbetracht ihrer Anmut...   mehr




10.08.2026

GABY, FRAU DES MONATS

20260805_130756(1)(2).jpgTouché ….
Gleich mal vorweg: Ich bin nicht Inka Keim und ich kenne sie nicht.Ich gehe einfach nur zweimal in der Woche an dem Grafitti mit ihrem Namen vorbei.
In meiner heterogenen Fantasie ist sie eine Frau, die einen Mann so sehr aus den Angeln hob, dass er ihren Namen an eine Wand sprühen musste. Vielleicht ein bisschen wie die leidenschaftliche Liebe zwischen Sir Lancelot und Königin Guinevere. Na ja, historisch gesehen war das kompliziert, da Guinevere als Eigentum von König Artus galt. Dennoch füllt diese verklärte Liebesgeschichte seit Jahrhunderten unzählige Buchseiten und Filmrollen. Diese bedingungslose Liebe eines Mannes zu einer Frau – sie lässt uns Frauen immer noch romantisch in die Knie gehen, weil wir die bloße emotionale Kapitulation eines Mannes bereits als Liebe feiern.
Doch wie viele Seiten füllen eigentlich die Geschichten von Frauen, die vor lauter Liebe ihr  Selbst für ihre Männer aufgeben? Bei Frauen wird diese Liebe nicht als heroisches Drama inszeniert. Hier gibt es keine Geigen oder Saxofone, die im Hintergrund leise spielen. Hier erwärmt sich kein Herz beim Lesen. Das ist weder kitschig noch romantisch – das ist die unsichtbare, graue Realität von Care-Arbeit .

Aber weiter mit unserem Paar an der Wand.
Keine Sekunde habe ich im Vorbeigehen daran denken mögen, dass es auch andersherum sein könnte. Dass nicht er sein betörtes Herz als von ihr touchiert empfand, sondern Inkas Herz von ihm erlegt wurde und er „Inka  … touché“ als Zeichen des Sieges, ähnlich dem Geweih eines erlegten Zwölfenders, an die Wand sprühte und sich seinem Testosteronschub hingab. Der Schub, der den Männerrücken gerade und den Blick erhaben macht.
Nein, nein … Der Schöpfer des Graffitis ist selbst getroffen. Er hat sie gesehen und es hat ihn umgehauen, erwischt, aus den Schuhen gehoben. Er hat seine Deckung aufgegeben, hat seine weiche Bauchseite ungeschützt gelassen und … „touché“. Schaurig-schöner Schmerz, so lustvoll, dass er an eine Mauer gesprüht gehörte.

Ich finde ja, dass sich jeder Mann mindestens einmal im Leben zum Affen machen sollte – der Liebe wegen. Mindestens einmal im Leben seine Eitelkeit ablegen, sich albern und verletzlich zeigen. Mindestens einmal im Leben über sich selber lachen, mit dir im Regen tanzen und Fehler zugeben. „Touché“ … ein Ritterschlag.
Warum schmelzen wir Frauen eigentlich immer noch dahin, wenn ein Mann genau das tut? Ist es Biologie? Wie tief unsere Rollenbilder in uns arbeiten.
Danke, Inka 
Deine Gaby

Admin - 03:57:16 @ Frau des Monats | Kommentar hinzufügen



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